Begrüßung und "Key Note"

15.00 Uhr: Begrüßung durch Moderator Malte Schumacher, ehemaliger Geschäftsführer der EngagementZentrum gGmbH
15.10 Uhr: Key Note „Bildung als Ausweg aus Kinder- und Familienarmut?“ von Nora Schmidt, Geschäftsführerin Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V.

 

Kurz nach 15.00 Uhr begrüßte Malte Schumacher die Veranstaltungsteilnehmerinnen und -teilnehmer in der Volksbank BraWo Direktion Braunschweig und warf einen kurzen Rückblick auf den im Jahr 2015 in Wolfsburg durchgeführten "Kinder.Stiften.Zukunft"-Kongress. Dieser fand auf Initiative der Volksbank BraWo, ihrer Stiftung und ihrem Kindernetzwerk United Kids Foundations in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung statt und führte 200 Akteure der Region, die sich im Bereich der Kinderarmutsbekämpfung engagieren, zusammen. Zahlreiche Kooperationen gingen aus diesem Kongress hervor. An diesem Kongress nahm auch bereits Key Note-Speakerin Nora Schmidt, Geschäftsführerin Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V., teil.

In ihrer, sich an die Begrüßung anschließenden Key Note-Rede betonte sie eindringlich die Bedeutung frühkindlicher Bildung für die gesellschaftliche Teilhabe und ein chancengerechtes Aufwachsen in unserer Gesellschaft. Zugleich appellierte sie an die Teilnehmer mutig zu sein und langfristige, auf einander abgestimmte präventive Strategien zu entwickeln. Denn Kinderarmut sei kein persönliches Verschulden der Betroffenen selbst, sondern ein strukturelles gesellschaftliches Problem. Von Armut seien vor allem allein erziehende Frauen bzw. Alleinerziehende an sich und Kinder gefährdet. Das Risiko für Alleinerziehende arm zu sein, sei viermal so hoch wie das von Paarhaushalten. Unter den Kindern waren laut Mikrozensus 2015 rund 2,8 Millionen armutsgefährdet, wobei die Armutsrisikolage von Kindern, die in Haushalten mit drei oder vier Kindern lebten und jenen, die in den letzten Jahren nach Deutschland eingewandert seien, noch einmal deutlich erhöht sei.

Nora Schmidt stellte noch einmal den Wert von Bildung als einer der „Wirkfaktoren gegen Benachteiligung und Chancenungleichheit“ und den Zusammenhang von Bildung, sozialer Herkunft und Armutsrisiko heraus. Nach wie vor prägten soziale Disparitäten den Bildungserwerb stark. Vor allem für Kinder und Jugendliche, die in Armut aufwachsen, habe das „meist lebenslange Folgen“: Herkunft, Bildungsniveau und Einkommen bestimmten in Deutschland über Teilhabechancen und Bildungsverläufe.

Zu den 8 Eckpunkten einer langfristigen Strategie, mit der (verfestigter) Armut aus der Sicht des Deutschen Vereins zu begegnen sei, zählte Nora Schmidt u.a. ein „kohärentes ganzheitliches Unterstützungssystem“, eine „konsistente Lebenslagenorientierung aller Ansätze und Maßnahmen“, der „Ausbau der Ganztags- und Schulkinderbetreuung und Absicherung von qualitativ hochwertiger frühkindlicher Bildung für alle Kinder“ und „die Beteiligung der von Armut betroffenen Menschen“.

Link zum Key Note-Redetext von Nora Schmidt

15.45 Uhr: Austausch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur „Key Note“

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