Vom Wert der Dauerspenden: Wie Sie auch in Krisenzeiten konstant Spenden gewinnen

Wir erleben eine von Krisen und Unsicherheiten geprägte Zeit. In diesem schwierigen Umfeld kommt Dauerspenderinnen und -spendern bei der Finanzierung gemeinnütziger Organisationen eine besondere Bedeutung zu. Wir geben Ihnen 3 simple, aber wirkungsvolle Tipps, was Sie beherzigen sollten, um Ihre bestehenden Spender zu behalten und für lange Zeit an Ihre Organisation zu binden.

Corona, Krieg, Inflationsanstieg, Energiekrise und Klimawandel lösen bei vielen Menschen berechtigterweise Sorgen aus und reduzieren häufig persönliche finanzielle Spielräume. Nichtsdestotrotz ist die überwiegende Anzahl an gemeinnützigen Organisationen weiterhin auf Unterstützung angewiesen, um ihre wertvollen Leistungen für die Gesellschaft finanzieren zu können. Der Ukraine-Krieg und die gesellschaftliche Reaktion hierauf verdeutlichte in besonderer Weise, dass viele Menschen nach wie vor bereit und finanziell dazu in der Lage sind, gemeinnützige Organisationen und Projekte großzügig zu unterstützen. Die Spendenentwicklung des Vorjahres – das Spendenrekordjahr 2021 – bestätigt dies. Gleichzeitig ist anzunehmen, dass durch den teils immensen Anstieg von Preisen, insbesondere von Energiekosten, nicht nur das Konsum-, sondern auch das Spendenverhalten und die Bereitschaft zu Erstspenden in den kommenden Wochen und Monaten schwächer ausfallen dürfte.

In dieser Situation kommt der Bindung bestehender Spenderinnen und Spender eine besondere Bedeutung zu.

3 Tipps zur Bindung von Dauerspenderinnen und -spendern

1. Suchen Sie den Kontakt

Viele Organisationen verlassen sich auf die Treue ihrer Dauerspender und verfahren nach dem Motto „bloß nicht schlafende Hunde wecken“, in dem Sinne, dass sie sie allenfalls bei technischen Änderungen zum Einzug der Dauerspende kontaktieren. Damit riskieren sie, dass die Bindung zwischen ihrer Organisation und dem Spender im Laufe der Zeit immer weiter abnimmt. Bis der Spender nicht mehr weiß, warum er die Organisation eigentlich unterstützt und die Dauerspende abbricht. Gehen Sie dieses Risiko nicht ein! Suchen Sie regelmäßig den Kontakt zu ihren Dauerspendern. Mindestens zwei Mal im Jahr, besser vier- oder sechsmal. Überlassen Sie dem Spender jedoch die Entscheidung, wenn er nur in reduziertem Maße kontaktiert werden möchte.

2. Signalisieren Sie Wertschätzung

Was kann Ihre Organisation dank der Dauerspenden leisten? Was könnte sie ohne Dauerspenden nicht (mehr) leisten? Zeigen Sie Ihren Dauerspendern, dass Sie ihre regelmäßige, ununterbrochene finanzielle Unterstützung wirklich wertschätzen. Durch eine Art Willkommenspaket, eine persönliche Dankeskarte, beispielsweise zum Geburtstag, einem bestimmten Jubiläum oder im Rahmen der Zusendung der Spendenbescheinigung. Manchmal betrachten Spender auch ein schlichtes, ehrliches „Danke!“ am Telefon oder bei einer persönlichen Begegnung als wertvoller als einen teuren Präsentkorb. Auch die Frage nach ihren Wünschen und Anregungen werden Ihre Spender als Signal der Wertschätzung wahrnehmen.

3. Gewähren Sie exklusive Einblicke

Drücken Sie Ihre besondere Wertschätzung Ihren Dauerspender gegenüber auch in Form persönlicher Einblicke und Geschichten sowie Einladungen aus. Mit Sicherheit erleben Sie in Ihrer gemeinnützigen Arbeit spannende Begegnungen und Entwicklungen. Lassen Sie insbesondere die (Mit-)Ermöglicher daran teilhaben. Ob in persönlichen Anschreiben oder bei Veranstaltungen Ihrer Organisation. Wenn Sie davon Kenntnis haben, dass Spender bestimmte Projekte großzügig unterstützen, dann versuchen Sie sie doch einmal mit der Projektleitung zusammenzubringen und einen persönlichen Austausch zu ermöglichen.

Was spricht für die „Investition in Dauerspender“?

Selbstverständlich entstehen durch die skizzierten Maßnahmen, den erhöhten Betreuungsaufwand, auf Seiten der Organisation Kosten. Für Material und Porto und im Falle hauptamtlicher Arbeit auch Arbeitszeitkosten. Gleichzeitig bedeutet aber Fundraising immer auch Investition. Diese dürfte Ihnen jedoch etwas leichter fallen, wenn Sie wissen, dass Dauerspender eine Organisation im Durchschnitt sieben Jahre lang unterstützen. Das heißt, dass einzelne Spender auch deutlich mehr Jahre, vielleicht auch lebenslang bei einer Organisation bleiben. Das folgende Rechenexempel zeigt, wie lohnend dies sein kann: Bei einer monatlichen Spende von 10 Euro bedeutet dies aufs Jahr gerechnet 120 Euro und bezogen auf den Durchschnitt von 7 Jahren 840 Euro von einem einzelnen Spender. Bei zehn Dauerspendern wären es bereits 8.400 Euro und bei 100 stolze 84.000 Euro! Ein zweites wesentliches Argument – neben der Einnahmenhöhe – stellt die verlässliche Größe „Dauerspenden“ dar. Mit ihr lässt sich gut kalkulieren und ein stabiles finanzielles Fundament für die Organisation aufbauen. Ob die Dauerspende die Form einer Patenschaft – wie von Kinderhilfsprojekten in Entwicklungsländern bekannt – oder Fördermitgliedschaft besitzt, ist eher zweitrangig.

Fazit: Dauerspenden können und sollten im Finanzierungsmix gemeinnütziger Organisationen eine wichtige Säule sein. Schätzen Sie den Wert Ihrer Dauerspenderinnen und -spender in derart unsicheren Zeiten ganz besonders und handeln Sie dementsprechend.

Benötigt Ihre Organisation Unterstützung bei der Entwicklung eines Dauerspenden-Konzepts und/oder einer Fundraising-Strategie? Haben Sie weitere Fragen rund um das Themen Stiften, Spenden und Gemeinnützigkeit? Gern beraten wir Sie!

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15. Juli 2022 von Matthias Marx , Kategorie: Aktuelles

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